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Kommuniqué der Regierung Chiles zur Lage in Venezuela

Berlin, 1. August 2017. Die Regierung Chiles bringt ihre tiefe Enttäuschung über die Entscheidung der venezolanischen Regierung zum Ausdruck, heute einen Prozess der Wahl von Vertretern zu einer Nationalen Konstituierenden Versammlung (ANC) ohne die Mindestgarantien für eine universelle und demokratische Abstimmung durchgeführt zu haben, sowie ohne die in der Verfassung dieses Landes festgelegten Anforderungen dafür erfüllt zu haben. Diese unrechtmäßige Entscheidung hat die Spaltung in der venezolanischen Gesellschaft weiter vertieft.

Diese Handlung und etwaige Einrichtung der Konstituierenden Nationalversammlung (Asamblea Nacional Constituyente, ANC) löst keine der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme und Herausforderungen, mit denen die Regierung und die venezolanische Gesellschaft heute konfrontiert sind, allem voran dem dringlichsten, der Linderung der humanitären Krise.

Die Regierung der Republik Chile bekräftigt, dass die venezolanischen Behörden die Verantwortung dafür tragen, die Sicherheit und die körperliche Unversehrtheit aller ihrer Bürger und ihr Recht auf friedlichen Ausdruck und freie Meinungsäußerung zu gewährleisten.

Die Regierung der Republik Chile verurteilt die Eskalation der Gewalt und bringt ihre Sorge um die Vertiefung der Krise und des Leidens des venezolanischen Volkes zum Ausdruck. Dies hat Chile dazu veranlasst, zwei venezolanische Staatsbürger aufzunehmen, die den Schutz unserer Botschaft beantragt haben.

Die Regierung der Republik Chile bekräftigt ihre ständige Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Ländern der Region, auf der Suche nach Mechanismen und Instanzen, die es ermöglichen, in kürzester Zeit einen glaubwürdigen und akzeptablen Verhandlungsprozess für alle beteiligten Sektoren einzuleiten und damit die gebrochene demokratische Ordnung wiederherzustellen.

Theaterstück "Acceso" handelt von gesellschaftlicher Teilhabe

Berlin, 2. August 2017. „Acceso“ erzählt die Geschichte des Außenseiters Sandokan, der nichts mehr zu verlieren hat. Wortreich bringt der Protagonist (dargestellt von Roberto Farías) im Transantiago-Bus seine Billigprodukte unter die Menschen und hofft so, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sich wieder Zugang zur Gesellschaft zu verschaffen. Das Ein-Personen-Stück, das vom 15. bis 17. September in der Berliner Schaubühne läuft, ist die erste Theaterarbeit des Filmemachers Pablo Larraín („Neruda“, „El Club“).

In einem brutalen aber zugleich poetischen Monolog schafft der chilenische Regisseur darin einen „urbanen Gladiator“. Der ebenso aus Chile stammende Schauspieler Roberto Farias verkörpert die imposante Rolle des „Sandokan“, der als Straßenverkäufer in den Bussen der Hauptstadt seinen Lebensunterhalt bezieht. Auf eloquente Weise erzählt er beim Verkauf seine gewalttätige, lasterhafte und beschmutze Vergangenheit. In einem schweiß- und schmerzerfüllten Monolog fesselt der Schauspieler sein Publikum und versetzt es in eine Welt voller Misere und Übel. In Chile sorgte die Inszenierung seit ihrer Premiere im Jahre  2014 bereits für Aufsehen und lobende Kritiken. Roberto Farías hat Sandokan bereits in Pablo Larraíns Film „El Club“ verkörpert, der 2015 den Silbernen Bären gewann. Nun lässt Larraín Sandokan in einem langen Monolog zu Wort kommen, in der ganzen Unmittelbarkeit und Verletzlichkeit des Theaters. Weitere Infos: Schaubühne Berlin  Rezension "taz"

"ELT": Das größte Teleskop der Welt entsteht in der Atacama

Berlin, 21. Juli 2017. Die Atacamawüste im Norden Chiles ist schon heute einer der wichtigsten Standorte weltweit für Astronomie. In Zukunft werden in Chile sogar 70% der globalen Infrastruktur für Astronomie angesiedelt sein, sobald 2024 das neue "European Extremely Large Telescope“ (ELT) fertiggestellt ist. Betreiber der Hightech-Forschungsanlage ist die Europäische Südsternwarte (ESO), eine internationale Organisation mit Sitz in Garching bei München.

Die Großteleskop-Anlage mit den Ausmaßen eines Fußballstadions soll dazu beitragen, bis zu 500 Lichtjahre entfernte Sonnensysteme zu erforschen. Das ELT, seit Mai im Bau befindlich, wird über einen Spiegel von 39 Metern Durchmesser verfügen. Die derzeit größten Teleskope haben maximal Zehn-Meter-Spiegel.

Für die erste Bauphase des ELT ist eine Milliarde Euro veranschlagt. An diesem Projekt des europäischen Forschungsinstitutes ESO beteiligen sich 16 Länder, darunter auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien. „Hier wird mehr als ein Teleskop errichtet“, sagte Chiles Präsidentin Michelle Bachelet anlässlich der Grundsteinlegung. „Es ist Sinnbild der Möglichkeiten von Wissenschaft und Technologie sowie des Potenzials der internationalen Zusammenarbeit.“

Gastlichkeit à la chilena: Kochworkshop mit Chef Alexis Rojas

Berlin, 3. Juli 2017. Chile ist ein Schlaraffenland: ob für Liebhaber pazifischer Meeresfrüchte, Vegetarier oder Paleo-Anhänger. Jetzt lud Chefkoch Alexis Rojas in Berlin zu einer Kostprobe ein. Auf Initiative von ProChile Deutschland präsentierte er rund 30 deutschen Chefs im Rahmen eines Kochateliers in der Hamberger Gastro Academy typisch chilenische Köstlichkeiten.

Zum Apéritif wird traditionell Pebre gereicht, ein landestypischer Dip auf Tomatenbasis, mit Koriander, Chili und Limette und dazu „pan amasado“, weiches, lauwarmes Brot. Kochassistent Mauricio hat für den Pisco Sour bereits Limetten geschnitten und Eiweiß zu Schaum geschlagen. Der Longdrink besteht aus Traubenbranntwein (Pisco), Limettensaft, Angostura, einer Krone aus Eischaum und etwas Zimt.

Als Vorspeise hat Alexis Rojas einen Antipasti-Dreiklang aus Königskrabben, Artischocke und Avocado gezaubert, gefolgt von einer gefüllten Zucchini mit grünem Bulgur, Avocado und Ziegenkäse sowie einer „Ensalada Chilena“ (Tomatensalat mit Zwiebeln und Koriander). Und die Hauptspeise: gefüllter Lachs mit Avocado-Creme, Chili-Apfel-Chutney und feinen Pfannkuchen aus Quinoa. Zu jedem Gang kredenzt Sommelier Dirk von Streit die passenden Weine, etwa einen Sauvignan Blanc und einen Carmenère (Chiles emblematische Traube) aus dem Colchagua-Tal sowie einen Roséwein Cabernet Franc aus dem Casablanca-Valley.

"Suche Paradies": Pascuala Ilabaca auf Tour in Deutschland

Berlin, 26. Juli 2017. Pascuala Ilabaca aus Valparaíso ist eine der wichtigsten Exponenten der aktuellen Szene chilenischer Liedermacher und als Pianistin, Komponistin, Akkordeonistin und Sängerin bekannt. Jetzt ist sie mit ihrem aktuellen Konzertprogramm "Suche Paradies" (Busco Paraíso) in Deutschland zu Gast, und zwar in Düsseldorf (29. Juli, Jazzschmiede), Kassel (1. August, Sandershaus) und Berlin (5. August, Haus der Kulturen der Welt).

Sanft, nachdenklich und melancholisch, aber gleichzeitig kraftvoll und fröhlich, so klingt die musikalische Seele von Pascuala Ilabaca. Bedeutende Quelle ihrer Musik sind die chilenische Folklore und der chilenische Karneval. Die Rhythmen der Cuecas verbindet sie mit einheimischen andinen Klängen, greift aber auch auf Jazz und popular-musikalische Elemente zurück.

Erneuerbare Energie: GIZ in Chile berät, informiert, bildet aus

Berlin, 13. Juli 2017. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist bereits seit dem Jahre 1990 in Chile tätig. Aktuell liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit in den Bereichen Umwelt, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Bei diesen Themen bietet die GIZ Beratung an, stellt Fachinformationen zur Verfügung und organisiert Konferenzen. Sie berät das Energieministerium in Chile, wenn es darum geht, die nationale Energieagenda umzusetzen. Deren oberste Ziele sind die Diversifizierung der chilenischen Stromversorgung sowie eine Verminderung beim Ausstoß von Treibhausgasen.

In ihrer Geschäftsstelle in Santiago beschäftigt die GIZ 50 Mitarbeiter, von denen sich fast die Hälfte mit Projekten im Bereich Energie befassen. Dies war nicht immer so: Anfangs, in den 90er Jahren, lag der Schwerpunkt der deutsch-chilenischen Kooperation verstärkt auf der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Chiles.

NordArt: Zwölf Künstlerinnnen aus Chile präsentieren Werke

Berlin, 19. Juni 2017. Zwölf chilenische Künstlerinnen, von denen einige aktuell in Berlin leben, präsentieren ihre Werke auf der NordArt 2017 in Schleswig-Holstein. Dies ist eine der größten jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa, mit über 200 teilnehmenden Künstlern aus aller Welt.

Die chilenische Gruppenausstellung, die mit Unterstützung der Botschaft zustande kam, trägt den Titel „Twelve Contemporary Woman Artists“. Alle der teilnehmenden Künstlerinnen sind in den 80er Jahren geboren; sie arbeiten zu den unterschiedlichsten Themen und mit verschiedensten Materialien und Ausdrucksformen.

Constanza Ragal (Motive im Foto oben) hinterfragt in ihren Werken den modernen Begriff der Schönheit, die Konzepte von Oberfläche und Plastizität. „Ich beschäftige mich mit Problemen der Filmästhetik, der Medien und der Massenwerbung, indem ich Ressourcen und die Vorstellungskraft der Medien in die traditionelle Sprache des Ölbildes übertrage. Ich arbeite collagenartig, wobei Elemente aus der zeitgenössischen Kultur, Mode, des Bühnenbildes und der Textilkunst integriert werden können“, so die Künstlerin.