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Neue Romane von Nona Fernández und Carla Guelfenbein

Berlin, 28. Dezember 2016. Zwei herausragende und bereits preisgekrönte Schriftstellerinnen aus Chile präsentieren in den kommenden Monaten ihre neuesten Werke in deutscher Übersetzung. Im Februar erscheint zuerst der Roman von Nona Fernández („Die Straße zum 10. Juli“). Im April kommt das Buch „Stumme Herzen“ von Carla Guelfenbein heraus.

Die Hauptfigur Greta in Nona Fernández‘ Roman zieht es immer wieder in die Straße zum 10. Juli. Es ist die berüchtigte Straße der Autoersatzteile verdächtiger Herkunft in Santiago de Chile. In Läden wie "Der Ersatzteilkönig", "Das Haus des Käfers" oder "Das Spiegelschloss" sucht sie akribisch Einzelteile zusammen, um den Schulbus zu rekonstruieren, in dem ihre Tochter ums Leben kam. Ihre Suche führt sie zunächst zu grausamen Wahrheiten der Gegenwart (ihr Mann hat eine neue Partnerin, die sein Kind erwartet) und dann zurück in ihre Vergangenheit und in das verlassene Haus ihrer Jugendliebe Juan, das als einziges Gebäude der Gegend trotzig den Abrissplänen einer Baufirma widersteht. Doch Juan ist verschwunden, so wie die Kinder der Colonia Dignidad verschwanden und so wie auch damals die Freunde, die in den 80er Jahren, gegen Ende der Militärdiktatur, an den Schüleraufständen in Chile beteiligt waren (...) Es ist das dritte Buch der Autorin, das nun auf deutsch erscheinen wird, nach „Die Toten im trüben Wasser des Mapocho“ (Roman, 2012) und „Der Himmel“ (Kurzgeschichten, 2014).

Präsidentin Michelle Bachelet bekundet ihre Anteilnahme

Berlín, 20. Dezember 2016. Nach dem gestrigen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt hat Chiles Präsidentin Michelle Bachelet in einem Kondolenzschreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre tiefe Anteilnahme an der Tragödie zum Ausdruck gebracht, und auch auf dem Twitter-Account der Präsidentin wurde die Nachricht gepostet: „Die chilenische Regierung verurteilt auf das Schärfste den Angriff, der am Montag den 19. Dezember auf einen Weihnachtsmarkt in der Stadt Berlin verübt wurde und der das Leben vieler unschuldiger Menschen und Dutzende von Verletzten gefordert hat. Die Regierung von Chile spricht dem deutschen Volk, den Familien der Opfer und den Behörden in dieser Zeit des Schmerzes ihr Beileid und Mitgefühl aus und lehnt diesen Akt der Gewalt, der eine befreundete Nation trifft, auf das Entschiedenste ab.

 

Antrittsbesuch des Botschafters in Nordrhein-Westfalen

Berlin, 14. Dezember 2016. Bei seinem ersten Treffen mit Franz-Josef Lersch-Mense (Foto li.), Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien sowie Chef der Düsseldorfer Staatskanzlei, erörterte der chilenische Botschafter Patricio Pradel (Foto re.) die Möglichkeiten verstärkter Investitionen in Chile und die Bereiche, in denen sich die gute bilaterale Zusammenarbeit künftig noch intensivieren lässt, z.B. bei den Erneuerbaren Energien, der Dualen Ausbildung oder im Bergbau. Erst im vergangenen Jahr war Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mit einer Unternehmerdelegation von Nordrhein-Westfalen nach Chile gereist, um Business-Möglichkeiten auszuloten.  Foto: Staatskanzlei NRW

Lateinamerika Verein LAV: Junioren bauen Netzwerk aus

Berlin, 25. November 2016. Der Lateinamerika Verein der deutschen Wirtschaft (LAV) engagiert sich schon seit über einem Jahrhundert für seine Mitglieder, also deutsche Unternehmen und Individuen, die in Lateinamerika, der Karibik sowie der Iberischen Halbinsel tätig sind.

Seit 1915 arbeitet der LAV daran, die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Beziehungen Deutschlands und der EU zu dieser Region zu vertiefen, und umgekehrt. Damit die exzellente Kooperation auch in Zukunft weitergeführt und ausgebaut werden kann, ist die LAV-Juniorengruppe aktiv, denn aktuell steht ein Generationenwechsel an. Daher besuchten die Junioren die chilenische Botschaft, um in einem Gespräch mit Botschafter Patricio Pradel ihre Ideen und Aussichten vorzustellen, wie sie die bilaterale Kooperation mit Chile weiterentwickeln und das bestehende Netzwerk vertiefen und ausbauen möchten.

Bundesrat: Malu Dreyer empfängt Patricio Pradel

Berlin, 19. Dezember 2016. Botschafter Patricio Pradel ist im Bundesrat von Malu Dreyer empfangen worden: Als Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz ist die SPD-Politikerin seit November auch Präsidentin der Länderkammer. Bei der Begegnung mit dem Botschafter ging es vor allem um aktuelle Themen der Kooperation zwischen Chile und Rheinland-Pfalz, z.B. Duale Ausbildung, Weinbau und Erneuerbare Energien. Rheinland-Pfalz wird seit Mai diesen Jahres von einer Ampelkoaltion regiert, also einem Bündnis aus SPD, FDP und Grünen. Der liberale Justizminister des Landes, Herbert Mertin, hat eine besonderes Verhältnis zu Chile: Er wurde in der Stadt Temuco im Süden des Landes geboren und besuchte die deutsche Schule in Santiago. Die Beziehungen zwischen Rheinland-Pfalz und Chile sind lebendig: Erst im April 2015 reiste eine Wirtschafsdelegation unter Leitung der damaligen Staatsministerin für Wirtschaft, Klimatschutz, Energie und Landesplanung, Evelyn Lemke, (Bündnis 90/Die Grünen) in das südamerikanische Land. Foto: Claus Koggel / Bundesrat

Leóns Kunst behandelt Vertreibung, Exil und Rückkehr

Berlin, 28. November 1016. „Vertreibung, Exil, Rückkehr“ heißt die Ausstellung des chilenischen Künstlers Hernando León, die ab Montag, 5. Dezember, in der Galerie der Botschaft zu sehen ist.

Hernando León, Jahrgang 1939, ist ein Bewohner zweier Kontinente – Südamerika und Euro­pa. Seit Mitte der 70er Jahre lebt er in Deutschland, in Sachsen. Geboren in Zentralchile, nahm zuerst Kurs auf den großen Norden Chiles, wo er eine Professur innehatte und mit einem breiten künstlerischen Werk eine tiefe Spur im kultu­rellen Leben dieser Region hinterließ. In den achtziger Jahren reiste er nach Peru, Deutschland, Finnland und Ecuador, um verschiedene Kunstprojekte zu realisieren. In diesen Ländern entwickelte er ein umfangreiches künstlerisches Werk als Maler, Bühnenbildner, Grafiker und Akademiker. Dabei ist er sich seiner chilenischen Wurzeln und seiner südamerikanischen Identität immer bewusst geblieben.

Gonzalo Mardones Viviani und die Eleganz der Architektur

Berlin, 18. November 2016. Gonzalo Mardones Viviani zählt zu den renommiertesten Architekten Chiles. Bis Sonntag, 18. November, ist er in Berlin, um am „World Architecture Festival 2016“ teilzunehmen.

Gonzalo Mardones, Jahrgang 1955, blickt auf eine beeindruckende nationale wie internationale Karriere. Viele seiner Werke in Chile und im Ausland bestechen durch ihre Schlichtheit, ihren avantgardistischen Charakter, ihr Lichtdesign sowie die Auswahl ihrer Materialien.

Zum umfangreichem Portfolio des Architekten zählen Museen, öffentliche Gebäude, Privathäuser, Wohnkomplexe, Theater, Gedenkstätten, Plätze, Parks und öffentliche Anlagen. In Berlin hat Mardones die Residenz des chilenischen Botschafters in der Rheinbabenallee ebenso gestaltet wie die Büro- und Empfangsräume der Botschaft von Chile in der Nähe des Gendarmenmarkts.