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Kultur

In seinen Zeichnungen erforscht Jorge Brunetto die Berliner Architekturhistorie

Das Paul-Löbe-Haus (neben dem Reichstagsgebäude), benannt nach dem letzten demokratischen Reichstagspräsidenten der Weimarer Republik, dient der Arbeit des Bundestages und ist vor allem auf drei Arbeitsbereiche zugeschnitten: Ausschüsse, Öffentlichkeitsarbeit und zentrale Besucherbetreuung. Zeichnung: Jorge Brunetto.

Berlin, 9. Juni 2022. Jorge Brunetto ist Architekt und lebt seit 1995 in Berlin. Er wandert durch Straßenschluchten, erkundet Baustile, beobachtet Veränderungen und bringt Besuchern die Besonderheiten der Berliner Museen, Schlösser und Gedenkstätten nahe. Vor allem ist er künstlerischer Zeichner.

Aktuell sind seine Werke in den Räumen der Botschaft zu sehen. Die Ausstellung im Chile-Saal läuft bis Ende August und trägt den Titel „Transformationen, Veränderungen, Fantasien des Berliner Stadtbildes“. Brunetto sagt: „Die Zeichnungen sind inspiriert von Reflexionen über den architektonischen Raum und von den vielfältigen Eigenschaften beispielhafter Orte in Berlin. Denn in dieser Metropole verändert sich das Stadtbild rasant und eindringlich – und so etwas stellt ganz grundsätzlich Qualitäten wie Identität und Widerstandsfähigkeit eines Ortes auf die Probe.“

NordArt 2022: Vier herausragende nationale Künstler repräsentieren Chile

 Bild: Karen Lüderitz / Adagio b Oil and Pigments on Canvas

Berlin, 2. Juni 2022. Die NordArt ist eine der größten jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa, die seit 1999 im Bundesland Schleswig-Holstein, im Umland der Landeshauptstadt Kiel, stattfindet. In den vergangenen 14 Jahren war Chile kontinuierlich mit namhaften nationalen Künstlern bei diesem kulturellen Ereignis präsent.

Bei der nun bevorstehenden NordArt 2022, die vom 4. Juni bis 9. Oktober in der Carlshütte Büdelsdorf stattfindet, präsentieren sich vier chilenische Künstler: Felipe Cusicanqui (wohnhaft in Berlin), Alejandro Soto (wohnhaft in Hamburg) sowie Karen Lüderitz und Palito Wood - beide aus Chile.

NordArt ist eine jährlich jurierte Ausstellung in einem Format, welches für sich genommen, schon „ein Kunstwerk an sich“ darstellt. Mehr als 200 ausgewählte Künstler aus aller Welt zeigen dort ihre Gemälde, Fotografien, Videos, Skulpturen und Installationen, die nicht nur für sich sprechen, sondern auch neue Perspektiven mit und gegen die anderen ausgestellten kulturellen Ausdrucksformen entwickeln. Wie üblich gibt es jedes Jahr ein Ehrengastland, und dieses Mal ist dies Polen, unter dem Titel "Above Borders" (Über den Grenzen).

In der einzigartigen Kulisse der Carlshütte und ihres Skulpturenparks findet alljährlich die NordArt statt. 1827 gegründet und 1997 geschlossen, ist die Carlshütte in Büdelsdorf nicht nur ein beeindruckendes Industriedenkmal (erste Gießerei in den Herzogtümern Schleswig und Holstein), sondern bietet auch einen eigenen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen.

Berlinale: Chile nimmt mit einer offiziellen Delegation teil und präsentiert zwei Filme im Wettbewerb

Berlin, 11. Februar 2022. Chile kommt in diesem Jahr mit zwei Wettbewerbsfilmen zur Berlinale nach Deutschland. Zudem wird eine offizielle Delegation, die vom Kulturministerium unterstützt wird, mit vier Produzenten am European Film Market (EFM) teilnehmen - in virtuellem Format. Beim Market Screening werden insgesamt acht Filme gezeigt.

Einer der Wettbewerbsfilme ist „El veterano“ von Jerónimo Rodriguez (Sektion Forum). Dieser dokumentarische Essay folgt den Spuren eines angeblichen amerikanischen Priesters, der an der Küste von Talca (Chile) lebt und für den Abschuss der Atombombe auf Hiroshima mitverantwortlich gewesen sein soll.Eine Mischung aus Doku und Science Fiction.

Der andere Wettbewerbsfilm heißt Alis und ist eine Koproduktion zwischen Chile, Kolumbien und Rumänien, in der Sektion Generation 14+ (Jahre). Die Produzentin Alexandra Galvis (Market Chile) sagt, dass es in ihrem Film um die Frage gehe: „Wie projiziert man sein Leben, wenn man benachteiligt und ohne Chancen geboren wird?“ Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von Jugendlichen – Mädchen, die auf den Straßen von Bogotá leben – und die versuchen, ihre Augen zu schließen und sich Alis, einen fiktiven Begleiter, vorzustellen, und die eine erstaunliche Beharrlichkeit darin beweisen, um – mittels ihrer Vorstellungskraft - den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen und sich auf eine bessere Zukunft zu besinnen.