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Kultur

Bei der Berlinale 2019 glänzt Chile durch Talent und erfolgreiches Autorenkino

Der Dokumentarfilm über den Künstler Lemebel von Regisseurin Joanna Reposi hat seine Weltpremiere in der Sektion Panorama.

Berlin, 7. Februar 2019. Chile ist auf der 69. Berlinale mit diversen Premieren und wegweisenden Filmen vertreten. Der Dokumentarfilm „Lemebel“ von Regisseurin Joanna Reposi feiert auf dem internationalen Filmfestival in Berlin seine Weltpremiere. Und einer der herausragendsten Cineasten aus Chile, Sebastián Lelio (Regisseur des Oscar-prämierten Films "Eine Fantastische Frau") ist in diesem Jahr offizielles Mitglied der Jury, die über die Gewinner des Wettbewerbs entscheiden wird. Die Kurzfilme „Hector“ (von Regisseurin Victoria Giesen) und „Shakti“ (Martin Rejtman) konkurrieren bei Berlinale Shorts.

Die Doku Lemebel wird als Teil der offiziellen Auswahl in der Rubrik „Panorama“ gezeigt. Regisseurin Joanna Reposi erzählt die Geschichte des (bereits verstorbenen) Schriftstellers und bildenden Künstlers Pedro Lemebel, einer Symbolfigur der chilenischen LGBT-Bewegung. Für die Produktion des Dokumentarfilms zeichnet das Label Solita Producciones verantwortlich. Highlight des Films sind bisher noch nie gezeigtes Film- und Fotomaterial über das Leben Lemebels, angefangen bei seiner Kindheit, bis hin zu prägenden Ereignissen seines Erwachsenenlebens.

"koffer / fremde heimat": Chilenisch-deutscher Künstlerworkshop in Lehnin

Berlin, 16. August 2018. Die Ausstellung "koffer " thematisiert das Leben in "tierra ajena / fremder heimat" und zeigt Werke deutscher und chilenischer Künstler. Eröffnet wird die Schau am Samstag, 15. September um 19 Uhr, in der Galerie Cleartext, Raabestrasse 10, Berlin Prenzlauer Berg. Die Ausstellung ist Teil eines größeren Projekts, bei dem die selben Künstler vom 16. bis 22. September im brandenburgischen Kloster Lehnin bei Potsdam im Rahmen eines interdisziplinären Workshops zusammen arbeiten und sich austauschen. Der Workshop ist für Besucher geöffnet.

Der Titel „tierra ajena / fremde heimat“ bezieht sich auf ein Konzept des Ethnologen Martin Gusinde, der vor rund einem Jahrhundert, zwischen 1918 und 1924, zu und mit den letzten Überlebenden der indigenen Völker von Feuerland / Tierra del Fuego forschte. Der österreichische Priester und Anthropologe hatte die Ergebnisse seiner Arbeit fotografisch dokumentiert. Er lernte die indigene Sprache und machte Tonufnahmen, um die Kultur zu bewahren. Martin Gusinde war der einzige Europäer, der in die Riten und Bräuche dieser Indianer eingeführt wurde. Die Künstler beziehen ihre Inspiration aus dem Leben und Werk des Anthropologen und interpretieren diese aus der aktuellen Perspektive des 21. Jahrhunderts.

Filmreihe mit Werken des Regisseurs Gonzalo Justiniano in der Botschaft

Berlin, 27. Oktober 2018. Filmemacher haben in Chile den Übergang von der Diktatur zur Demokratie in besonderer Weise mitgeprägt. Bis heute spiegeln und analysieren Cineasten die sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Zeit in ihren Werken. Ein herausragendes Beispiel ist Regisseur Gonzalo Justiniano mit seiner ganz eigenen Bildästhetik. Ihm widmet die Botschaft eine Retrospektive (8.-10. November). Justinianos neuester Film Cabros de mierda (2018) ist derweil im Berliner Kino Babylon im Rahmen des Filmfestivals Lakino zu sehen.

Eröffnet wird die Filmreihe in der Botschaft mit B – Happy (2003, Donnerstag, 8. November um 19 Uhr), einer Geschichte über Adoleszenz, Depression und erster Liebe in einem sozial labilen Milieu: Kathy lebt mit ihrem Bruder Danilo in einem kleinen Dorf an der chilenischen Küste. Ihr Leben ist von der Abwesenheit des Vaters geprägt, der wegen mehrfachen Diebstahls eine Gefängnisstrafe abbüßt, sowie von den ständigen Schwierigkeiten, mit denen sie sich konfrontiert sieht. An der Oberschule lernt sie Chemo kennen, einen liebenswerten und sensiblen Jungen, in den sie sich verliebt.