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Norbert Blüm für humanitäres Engagement ausgezeichnet

Berlin, 3. Nov. 2016. Der Botschafter von Chile in Deutschland, Patricio Pradel (Foto rechts), überreichte heute im Namen der Regierung von Chile bei einer Zeremonie in Bonn ein Ehrendiplom an den CDU-Politker und früheren Bundesarbeitsminister (1982-1998) Dr. Norbert Blüm für sein humanitäres Engagement für verfolgte Menschen in Chile während der Pinochet-Diktatur.

Blüm setzte sich in Chile für verfolgte Regimegegner ein und kritisierte, auch bei einer persönlichen Begegnung mit General Pinochet, ihn und seine Militärdiktatur deutlich. Dennoch (oder deshalb) erhielt er von Pinochet das Angebot, 16 Todeskandidaten durch Gewährung von Asyl in Deutschland zu retten. Im Sommer 1987 reiste Blüm nach Chile, um die Colonia Dignidad im Süden des Landes zu besuchen und Vorwürfe erheblicher Menschenrechtsverletzungen zu verifizieren; er wurde jedoch nicht auf das Gelände gelassen. Das Engagement Blüms für die Menschenrechte in Chile brachte die deutsche Regierungskoalition damals an den Rand der Spaltung.

„Cine Chileno“: Filmische Meisterwerke über die 90er Jahre

Berlin, 20. Oktober 2016. Die Retrospektive „Cine Chileno“ in Berlin widmet sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig der „Transición“ während der 90er Jahre in Chile, also der Zeit des Übergangs von der Diktatur zur Demokratie. Vom 21. bis 26. Oktober sind im Eiszeit-Kino in Berlin-Kreuzberg sechs Meisterwerke chilenischer Regisseure zu sehen.

Zum Auftakt der Reihe wird am Freitag, 21. Oktober um 20 Uhr der Film „Johnny Cien Pesos“ (1993) in Anwesenheit des Filmemachers Gustavo Graef-Marino gezeigt. Die Handlung spielt 1990 – die Diktatur wurde abgewählt, der Übergang zur Demokratie hat begonnen. Der 17-jährige Johnny beteiligt sich an einem Überfall auf einen Video-Club. Etwas läuft schief. Die Bande nimmt Geiseln, die Polizeit greift ein, die Presse erscheint, Verhandlungen beginnen. Der Regierung passt der Fall gar nicht ins Konzept, das demokratische Chile als ein sicheres, auf Ordnung getrimmtes Land zu zeigen (...) Gustavo Graef-Marino hat diese Geschichte, die sich tatsächlich ereignet hat, als einen mit Humor gewürzten Politthriller gestaltet und dabei die gesellschaftlichen und politischen Konflikte der Zeit herausgearbeitet.

Wissenschaftler diskutieren über das Thema Meeresschutz

Berlin, 7. Oktober 2016. Wie lassen sich Meere und Ozeane schützen und nachhaltig nutzen? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) realisiert aktuell ein Wissenschaftsjahr zu diesem Thema, und auch die chilenische Botschaft beteiligt sich mit einer Veranstaltung, am Montag, 24. Oktober um 17.30 Uhr.

Unter dem Titel „Unser Ozean – Nuestro Océano“ wird es zwei Fachvorträge, eine Diskussionsrunde und einen Umtrunk geben. Die Einladung richtet sich explizit an ein breiteres Publikum, also auch an interessierte Laien. Botschafter Patricio Pradel und Wissenschaftsattachée Loreto Schnake werden den Abend eröffnen.

Die Armut in Chile ist in den Jahren 2013 bis 2015 gesunken

Berlin, 23. September 2016. Die Anzahl der Menschen, die in Chile als arm gelten, ist zwischen 2013 und 2015 gesunken. Das zeigen jüngste Erkenntnisse aus der „Casen“-Studie (Encuesta de Caracterización Socioeconómica Nacional), die Marcos Barraza, Minister für soziale Entwicklung, jetzt in Santiago vorstellte.

Bei der Casen-Umfrage wird mit zwei verschiedenen Maßstäben gemessen: Erstens wird die rein monetäre einkommensbedingte Armut analysiert. Zweitens geht es um die sogennante mehrdimensionale Armut – dabei werden neben dem Einkommen der betroffenen Personen auch Aspekte wie Bildung, Gesundheit und Wohnsituation berücksichtigt.

Reisechroniken: Andrea Jeftanovic erforscht Grenzgebiete

Berlin, 10. Oktober 2016. Die Schriftstellerin Andrea Jeftanovich wird auf der Frankfurter Buchmesse (vom 19. bis 23. Oktober) ihr neues Buch "Destinos Errantes" vorstellen und mit drei weiteren Autoren aus Peru, Kolumbien und Mexiko bei einem Podiumsgespräch über aktuelle Strömungen und neue Stimmen in der lateinamerikanischen Literatur diskutieren. Moderatorin ist die Lektorin und Übersetzerin Michi Strausfeld.

Andrea Jeftanovic (*1970) gehört in Chile zu den herausragenden Stimmen ihrer Generation. Sie hat kroatische und russisch-jüdische Wurzeln und ist studierte Soziologin. An der Universität in Berkeley, Kalifornien, promovierte sie zudem in hispano-amerikanischer Literatur.

5. Jahrestreffen: Netzwerk chilenischer Forscher tagt in Berlin

Berlin, 4. Oktober 2016. Red INVECA, das Netzwerk chilenischer Forscher in Deutschland, lädt am 13. und 14. Oktober zu seiner fünften Jahrestagung ins Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Der Botschafter Patricio Pradel wird die Veranstaltung eröffnen.

„Bei diesem Treffen geht es um die deutsch-chilenischen Wissenschaftsbeziehungen und um binationale Forschungsprojekte“, skizziert Carolina Guerrero vom Red-INVECA-Vorstand. „Zudem möchten wir die Arbeit unserer Mitglieder vorstellen. Und natürlich wird die Tagung geprägt von der aktuellen Debatte in Chile über die Frage, wo der Bereich Wissenschaft künftig angesiedelt werden wird, ob als eigenes Wissenschaftsministerium oder als Teil einer anderen Institution der Regierung“, erklärt die Politikwissenschaftlerin.

Ihr erstes Jahrestreffen hatten die in Deutschland tätigen chilenischen Forscher bereits 2012 in Berlin. Seitdem ist das Netzwerk auf über 130 Wissenschaftler und damit Experten aus den unterschiedlichsten Disziplinen angewachsen, die an Universitäten und Hochschulen in ganz Deutschland tätig sind.

Referenten von Max Planck, Charité und Red INVECA sprechen über ihre Arbeit

Die V. Jahrestagung 2016 beginnt am Donnerstag, 13. Oktober, um 13 Uhr, im Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie (Charitéplatz 1, 10117 Berlin). Als Keynote-Speaker ist Ulrich Dirnagel (Experimentelle Neurologie) eingeladen; er leitet das Centrum für Schlaganfallforschung an der Berliner Charité. Außerdem spricht Andreas Trepte vom Verbindungsbüro der Max-Planck-Gesellschaft für Lateinamerika in Buenos Aires.

Ehrendiplom: „Zeichen der Wertschätzung für Ihren Mut“

Berlin, 13. September 2016.  Der Botschafter von Chile in Deutchland, Patricio Pradel, überreichte im Namen der Regierung von Chile ein Ehrendiplom an Dr. Luise Drüke für ihr humanitäres Engagement für verfolgte Menschen in Chile. Frau Drüke ist deutsche Staatsbürgerin und hat auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen und des Flüchtlingsschutzes beim UNHCR und an Universitäten in Hannover und Harvard seit 1973 gearbeitet.

Während der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet (1973 bis 1990) sahen sich rund 200.000 Chilenen gezwungen, ihr Land zu verlassen. Ihnen wurde weltweit in mehr als 50 Ländern Asyl gewährt. Damit dies geschehen konnte, war die Unterstützung durch Hunderte von Personen im Ausland erforderlich, die sich in Botschaften, internationalen Organisationen sowie Nichtregierungsorganisationen einsetzten, um den politisch Verfolgten Asyl zu gewähren.