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Bei der Berlinale 2019 glänzt Chile durch Talent und erfolgreiches Autorenkino

Der Dokumentarfilm über den Künstler Lemebel von Regisseurin Joanna Reposi hat seine Weltpremiere in der Sektion Panorama.

Berlin, 7. Februar 2019. Chile ist auf der 69. Berlinale mit diversen Premieren und wegweisenden Filmen vertreten. Der Dokumentarfilm „Lemebel“ von Regisseurin Joanna Reposi feiert auf dem internationalen Filmfestival in Berlin seine Weltpremiere. Und einer der herausragendsten Cineasten aus Chile, Sebastián Lelio (Regisseur des Oscar-prämierten Films "Eine Fantastische Frau") ist in diesem Jahr offizielles Mitglied der Jury, die über die Gewinner des Wettbewerbs entscheiden wird. Die Kurzfilme „Hector“ (von Regisseurin Victoria Giesen) und „Shakti“ (Martin Rejtman) konkurrieren bei Berlinale Shorts.

Die Doku Lemebel wird als Teil der offiziellen Auswahl in der Rubrik „Panorama“ gezeigt. Regisseurin Joanna Reposi erzählt die Geschichte des (bereits verstorbenen) Schriftstellers und bildenden Künstlers Pedro Lemebel, einer Symbolfigur der chilenischen LGBT-Bewegung. Für die Produktion des Dokumentarfilms zeichnet das Label Solita Producciones verantwortlich. Highlight des Films sind bisher noch nie gezeigtes Film- und Fotomaterial über das Leben Lemebels, angefangen bei seiner Kindheit, bis hin zu prägenden Ereignissen seines Erwachsenenlebens.

„Es erfüllt uns mit großem Stolz, dass ein Film, der durch den Fondo de Fomento Audiovisualdes chilenischen Kulturministeriums unterstützt wird, den chilenischen Auftritt in einem der weltweit wichtigsten Filmfestivals anführt, und dazu noch die Geschichte eines so wichtigen Vertreters chilenischer Literatur erzählt, wie es Pedro Lemebel ist. Wir wünschen all denjenigen viel Erfolg, die uns in den verschieden Rubriken der Berlinale repräsentieren werden. Ohne Zweifel werden sie wieder einmal zeigen, warum Chile nach wie vor im audiovisuellen Bereich auf der internationalen Bühne etwas zu sagen hat“, sagte die Ministerin für Kultur, Consuela Valdés.

 

In der gleichen Rubrik wird der brasilianische Film Divine Love von Gabriel Mascaro präsentiert, der von dem Produzenten Jirafa (Los perros, la telenovela errante) realisiert wurde, ebenfalls eine chilenische Produktionsfirma. Die Geschichte handelt von der überzeugten Christin Juana, die ihre Position in einem Notarbüro nutzt, um die Beziehunge von Paaren zu retten, die sich mitten im Scheidungsprozess befinden. Ohne die Anerkennung zu erhalten, die sie für ihre Mühe erwartet, gerät schließlich auch ihre eigene Ehe in die Krise und bringt Juana dabei noch näher zu Gott.

In der Rubrik Kurzfilme „ Berlinale Shorts“ wird der Film Héctor von Victoria Giesen gezeigt, eine Produktion von Rebeca Gutiérrez (Pinda Producciones). Er handelt von der Geschichte Gabriels, der versucht, seine starke Anziehung zu dem misteriösen Jugendlichen Héctor zu entschlüsseln. Auf der Berlinale wird Giesens Film mit Shakti von Martin Rejtman (Dos disparos) konkurrieren, ein Kurzfilm von 19 Minuten und chilenisch-argentinische Koproduktion, zusammen mit der Firma Forastero. Shakti ist ein 27 Jahre junger Mann jüdischen Glaubens, dessen Name aber dem Hinduismus entstammt.

Auch der Film City Plaza Hotel, bei dem die Chilenin Violeta Paus und Anna Paula Hönig Regie führen, hat es in die Kurzfilmauswahl des Filmfestivals geschafft. Die Koproduktion (Frankreich, Deutschland, Chile) wird ihre Premiere in der Rubrik „Generation Kplus“ feiern, die sich insbesondere auf Geschichten aus Kindersicht fokussiert. Der Film handelt von einem 11 Jährigen afghanischen Mädchen, welches gemeinsam mit ihren Eltern und anderen Flüchtlingen des Afghanistan-Kriegs in dem City Plaza Hotel unterkommt.

Das chilenische Kino der Zukunft / Drei Filme nehmen an der 16. Ausgabe des Co-Production Markets teil

Die 16. Edition des Co-Production Markets der diesjährigen Berlinale hat 37 Langfilm-Projekte eingeladen, welche nun die Möglichkeit haben, sich vor 600 internationalen Vertretern der Filmindustrie zu profilieren. Drei chilenische Projekte werden in dieser Rubrik teilnehmen: The Hunt for the Puma von der hochgelobten Regisseurin Marcela Said (Los perros, nominiert für den Goya-Preis, 2019), produziert von Cinema de Facto aus Frankreich; A Golden Shotgun des Sängers und Regisseurs Alex Andwandters (Nunca vas a estar solo), eine Produktion von Auracaria Cine; y Three Brothers von Francisco Paparella, eine Koproduktion, bei der auch der chilenische Produzent Pequén Producciones dabei ist.

Wie jedes Jahr, werden junge Talente aus Chile in der Branche „Berlinale Talents“ mit anderen angehenden Filmprofis aus 76 Ländern zusammenkommen, um Ideen auszutauschen, Netzwerke aufzubauen und ihre neuesten Projekte weiterzuentwickeln. Unter den Ausgewählten befinden sich vier Chilenen: Regisseur, Produzent und Drehbuchautor, Roberto Doveris (Las Plantas, Berlinale 2016); Regisseur und Editor Felipe Galvez (Rapaz, Semaine de la Critque, Cannes 2018); Dominga Ortúzar, Produzentin von Oro Films sowie der Tonregisseur Diego Pérez, Mitglied der Produktionsfirma Yagán Films.

Zu den bisher Genannten kommen sieben chilenische Produzenten hinzu, die am EFM teilnehmen werden- unterstützt durch das Kulturministerium, mittels des Programa de Asistencia a Mercados des Rats der Audiovisuellen Industrie. Der Hauptgrund ihrer Anreise wird die Suche nach potenziellen Koproduzenten für die Weiterentwicklung schon bestehender Projekte sein. Dies sind Produzenten wie Isabel Orellana (Araucaria Cine), Macarena López (Manufactura de Películas), David Miranda (Film Sonido), Bruno Betatti (Jirafa), Alejandro Ugarte (Infractor Film Factory), Sebastián Freund (Rizoma) und Sebastián Araya (Afro Producciones). Die chilenische Delegation wird durch die Branchenmarke CinemaChile (des chilenischen Exportförderungsbüros ProChile) unterstützt, welche dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert und in der nächsten Zeit eine Vielzahl von internationalen Aktivitäten plant.

„Die Bekanntheit, die das chilenische Kino auf internationaler Ebene erreicht hat, ist sehr wichtig. 2011 haben wir mit dem Kurzfilm „ La Ducha“, angefangen, 2013 folgte der Silberne Bär für Paulina García in „ Gloria“ und im März vergangenen Jahres der Oscar für den besten fremdsprachigen Film für „ Una Mujer Fantástica“. Wir von ProChile sind ständig darum bemüht, diesen Sektor mit allen unseren Mitteln und der Marke CinemaChile zu unterstützen. Zwischen 2013 und 2017 hat ProChile etwa 100 chilenischen Produzenten aus den Bereichen Kino, TV, Dokumentation und audiovisueller Produktionsdienstleistung dabei geholfen, sich international zu profilieren. Wir hoffen, dass auch diese neue Version der Berlinale sehr erfolgreich für diese Industrie sein wird“, sagte Jorge O’Ryan, Direktor von ProChile. Weitere Informationen und Fahrplan für alle Vorführungen finden sich auf der Website des Festivales Berlinale 2019 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regisseur und Oscar-Preisträger Sebastián Lelio (Eine Fantastische Frau) ist in diesem Jahr offizielles Mitglied der Berlinale-Jury. Fotos (2): CinemaChile

 

Quelle: CinemaChile