Chile de header

Alejandro Aravena: "Es geht um Lebensqualität"

Berlín, 5. April 2016. Soziale Verantwortung, kombiniert mit Bürgerbeteiligung, Klimaschutz und wegweisender Architektur – das zeichnet die Arbeit des Architekten Alejandro Aravena aus. Jetzt bekam der 48-jährige Chilene im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York den Pritzker-Preis verliehen.

Pritzer-Preis 2016 für den Architekten Alejandro Aravena. Foto: Elemental

Die Auszeichnung gilt als „Oscar“ oder Nobelpreis der Architektur. Erstmals in mehr als 30 Jahren geht der mit 100.000 US-Dollar dotierte Preis nach Chile. Damit steht Aravena in einer Reihe mit Koryphäen wie Rem Koolhaas (Niederlande), Norman Foster (Großbritannien) und Renzo Piano (Italien). Aravena ist derzeit amtierender Direktor der Architekturbiennale in Venedig.

Zur Begründung der Hyatt-Foundation sagte Jury-Mitglied Kristin Feireiss: „Aravena verkörpert den sozial engagierten Architekten. Er ist ein herausragendes Beispiel für eine neue Generation von führenden Architekten mit einem ganzheitlichen Verständnis von der Vernetzung von Gesellschaft und Umwelt. Er hat bewiesen, dass es möglich ist, soziale Verantwortung und ökonomische Forderungen bei der Gestaltung des urbanen Lebensraumes im Sinne einer Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner miteinander zu verbinden. Dabei sucht er in jeder Phase des komplexen Bauprozesses als Initiator wie Moderator den Dialog mit Anwohnern, Politikern, Anwälten, Kommunen und Bauherren.“

Eines der in Chile bekanntesten Projekte von Alejandro Aravena heißt „Quinta Monroe Housing“. Das Konzept: In Iquique (im Norden des Landes) baute der Architekt mit öffentlichen Mitteln „Half of a good house“. Die zweite Hälfte vervollständigten die Bewohner anschließend nach ihren eigenen Vorstellungen. Berühmt sind auch seine Bauten auf dem Campus der Universid Católica PUC. "Ist Chile ein Modellland für Architektur?" fragte Journalist Johannes Schmitt-Tegge den Preisträger. "Architektonisch gesehen ist Chile sehr aufgeschlossen. Wir schauen auf unkonventionelle Projekte. Wir suchen Originalität. Chiles vielleicht größte Herausforderung ist es, an seinen inneren Werten zu arbeiten, sie zu verbessern. Und diese sind eben nicht nur ökonomischer Natur. Es geht um Lebensqualität." 

Links: Bayrischer Rundfunk: Porträt Aravena   Art - Das Kunstmagazin  Baumeister - Special Chile 

Avarena realisierte das Projekt "Quinta Monroe Housing" im Norden Chiles. Foto: Elemental.