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„Fit for Partnership“ fördert Vertrauen in neue Exportmärkte

Berlin, 3. November 2017. Software für die Sicherheit bei der Arbeit im Bergbau, handwerkliches Design oder IT-Lösungen für Krankenhäuser: Wenn chilenische Unternehmen ihre Produkte und Services nach Deutschland exportieren, so ist dies ein unternehmerisches Wagnis. „Fit for Partnership“, ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi), vermittelt daher nötige Rüstzeug, damit dieser Sprung gelingt. Die Fortbildung führte nun zwanzig Unternehmer aus Chile vier Wochen lang durch Deutschland.

Germán Briones war einer der Teilnehmer der Pilotgruppe. Sein Unternehmen heißt Rupestre und vertreibt handgemachtes Design von lokalen Kleinunternehmen und Kunsthandwerkern aus ganz Chile, z.B. Lammfellpantoffeln, Lederschürzen und Gürtel, Holzbrettchen und ökologisches Kinderspielzeug - alles nachhaltig und qualitativ hochwertig produziert. „Für mich hat sich ein Traum erfüllt“, so Briones am Ende der Deutschlandreise. Er hat Vertriebspartner gefunden – auch kann man seine Produkte in Europa künftig per Internet ordern. Auf der Rundreise hat er die Besonderheiten der deutschen Geschäftskultur kennengelernt. Das kann seinen interkulturellen Verhandlungstechniken nützen.

Die richtige Mischung aus Kompetenzvermittlung und Unternehmenspraxis – das ist der Anspruch von „Fit for Partnership“. Das Programm ist als Türöffner für Unternehmen gedacht. Es wurde bereits Ende der 1980er Jahre vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) aufgelegt; zunächst standen vor allem die GUS-Staaten im Fokus. Der große Erfolg führte dann dazu, dass das Programm auch auf andere Kontinente ausgeweitet wurde. Chile ist in diesem Jahr erstmals als Partner dabei. Die konkrete Umsetzung der jeweiligen Fortbildungen erfolgt durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Auch Geschäftsführerin Camila del Carpio gehörte zur Pilotgruppe. Sie ist mit ihrem Unternehmen im Bereich Laborausrüstung tätig, und sie war auf der Suche nach deutschen Partnern und Marken, die sie in Chile vertreiben kann. Resultat dieser „Fit-for-Partnership“-Reise ist, dass bald ein Vertrag mt einem deutschen Unternehmen geschlossen werden kann. Und Renzo Passalacqua ist CEO eines Unternehmens, das Industriefarben herstellt. Die Reise nach Deutschland ermöglicht es ihm nun, einzelne Arbeitsschritte seiner Produktion an eine deutsche Partnerfirma outzusourcen.

Ein weiteres Beispiel ist der Unternehmer Rodrigo Calle, der in der Minenstadt Chuquicamata in der Atacama-Wüste aufgewachsen ist. Sein Anliegen ist die Sicherheit der Bergleute unter Tage – er gründete daher ein Mining Tech Startup, um Software anzubieten, die eine höhere Arbeitssicherheit gewährleisten kann. Durch „Fit for Partnership“ kam Rodrigo Calle nun mit dem Aachener Institut „Advanced Mining Technology“ (AMT) in Berührung, einer Abteilung der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH). Für den chilenischen Startup-Unternehmer ein perfekter Match, denn die Idee ist nun, die Software gemeinsam zu erarbeiten, also chilenische Erfahrung und deutsches Knowhow zu kombinieren.

Diego Torres, Direktor von ProChile Deutschland, begleitete die chilenische Delegation auf ihrem Erfahrungsweg. „Uns hat beeindruckt, wie detailliert ausgearbeitet die Fortbildung war – für jeden Teilnehmer aus Chile gab es Progammteile und Termine, die punktgenau auf sein Unternehmensprofil zugeschnitten waren.“ Auch Aspekte wie Duale Ausbildung, die Rechte der Arbeitnehmer, die Bedeutung von permanenter Fortbildung, die Work-Life-Balance und nicht zuletzt die dezentrale Organisation in Deutschland hätten viele Teilnehmer als interessant und vorbildlich wahrgenommen. „Und in vielen Punkten und Themen“, so die Quintessenz, „liegen Chile und Deutschland gar nicht mal so weit auseinander.“

Einige Teilnehmer blieben im Anschluss an die Fortbildung sogar noch in Deutschland, um weitere Termine wahzunehmen - ein Business-Follow-up vor Ort. Eine Fortsetzung des Programms zwischen Chile und Deutschland wurde bereits vorgeschlagen: Mittel- und langfristiges Vertrauen aufbauen und die Nachhaltigkeit des Netzwerkes sind schließlich Kernelemente bei „Fit for Partnership“.

Erstmals waren Unternehmer aus Chile Teilnehmer des Programms "Fit for Partnership", das als eine Art "Türöffner" für neue Exportmärkte konzipiert ist.

Die Unternehmer der chilenischen Pilotgruppe reisten vier Wochen lang quer durch Deutschland und absolvierten dabei - alles in allem - über 50 Städte, 75 Meetings und rund 37.000 Kilometer.